Theater 2012

Vorhang auf - „Auberge Flawil"

„Oh, du heiliger Pythagoras", schreckt zu fortgeschrittener Stunde einer der vier WG-Bewohner auf, als feststeht, dass am nächsten Tag das wichtige Theaterprojekt abgegeben werden muss. Vor lauter Party machen ist die lästige Schulpflicht in Vergessenheit geraten. Jetzt bleibt der Gruppe nichts anderes übrig, als die Köpfe zusammen zu stecken und die Hirnzellen anzustrengen, um eine brauchbare Idee zu bekommen. Das war die Ausgangslage für das diesjährige Stück der Theatergruppe der Oberstufe Flawil.

Unter der Leitung der beiden Lehrkräfte Stefan Rindlisbacher und Javier Diaz haben die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ideen kreativ zu einem Theaterstück verarbeitet, das am letzten Wochenende im Lindensaal Premiere feiern konnte. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Engagement und der Leistung unserer Schauspielerinnen und Schauspieler", meinten die beiden Regisseure im Anschluss an die Aufführung. Das Stück ist so aufgebaut, dass jedes WG-Mitglied im Laufe der nächtlichen Sitzung glaubt, den gelungensten Einfall für das Theaterprojekt zu haben. Im Lichtkegel eines Scheinwerfers stehend, erzählen sie den Anfang ihrer Idee. Die Fortsetzung wird dann auf der Bühne gespielt. In der einen Geschichte geht es um einen Jungen, der seine Zunge in eine Steckdose hält, weil er überzeugt ist, Coca Cola fliesse daraus. Ein zweiter Vorschlag handelt von einer Soziologin, die sich vor Menschen fürchtet und nur mit ihrem Roboter zuhause angstfrei kommunizieren kann. Nachdem die Gruppe alle Ideen verworfen und sich schon mit einer ungenügenden Note abgefunden hat, bemerkt jemand die Kamera, die während der ganzen Zeit eingeschaltet war und alles aufgenommen hat. Das Projekt ist gerettet. Das Stück lebt aber nicht nur von der fantasievollen Handlung, die die Handschrift der Schülerinnen und Schüler trägt, sondern auch vom originellen Bühnenbild, einer gut ausgewählten Musik und von den stimmungsvollen Bildern, die zwischen den einzelnen Szenen auf die weisse Kulissenwand projiziert werden. „Auch wenn das Abenteuer Theater bereits vorbei ist, werden sich alle Mitwirkenden ein Leben lang mit Freude an das Geleistete erinnern", sind die beiden Verantwortlichen überzeugt und lassen durchblicken, dass sie sich jetzt schon auf das nächstjährige Theaterwerk freuen.

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