Schultheater 2013 - Der Schrei

FLAWIL. Es geht Schlag auf Schlag. Ein bunter Charakter nach dem anderen betritt die Lindensaal-Bühne. Da ist der schnauzbärtige Hauswart Dieter, der im Treppenhaus für Recht und Ordnung sorgt. Da sind die drei Jugendlichen Anastasia, Maxi und Lea, die ihre Sorgen wegfeiern und wegtanzen. Da ist ein namenloser Mann, der einen Besen bedroht, eine Französin, die eigentlich aus der Westschweiz kommt und vier Stück Zucker in ihren Kaffee möchte sowie eine Musiklehrerin, die ihrer eigenen Tochter zum Ruhm verhelfen will – koste es, was es wolle. Sie alle haben eines gemeinsam: ihre Abneigung gegenüber Amelie. Schliesslich verzahnen und verbinden sich die vielen Schicksale. Der namenlose Mann beklagt – innerlich zerrissen – eine ferne Liebe: «Gib mir noch eine Chance. Ich gebe dir noch eine Chance.» Passend dazu singen die Musikerinnen das Trennungslied «Almost lover». Am Ende gipfelt die Geschichte in einem tragischen, nachdenklich stimmenden Finale.

BENJAMIN PELZMANN

Die Szenen aufgereiht

«Der Schrei» heisst das Stück, das gestern das erstemal vor Publikum aufgeführt wurde. 17 Flawiler Oberstufenschülerinnen zeigten mit der selbstgeschriebenen Tragödie, was sie in einem Jahr im Wahlfach Theater gelernt haben: Auf der Bühne lachen, tanzen, schreien, singen, weinen und ausrasten. «Wir sind sehr stolz auf euch», sagte Stefan Rindlisbacher, Regisseur und Oberstufenlehrer. Sein Regie- und Lehrerkollege Javier Diaz ergänzte: «Die Schülerinnen haben viele tolle Ideen zusammengetragen. Ich finde, wir konnten sie gut mit einem roten Faden verbinden.»

So wirkte das Theater dann auch: Die Szenen wie einzelne, voneinander unabhängige Perlen. Aufgereiht auf einer Schnur, die als ganzes eine Perlenkette ergibt. «Lasst euch für das nächste Projekt in zwei Jahren inspirieren», sagte Diaz zum Publikum, das gestern grösstenteils aus Schülern der Oberstufe bestand.

Multimediales Theater

Mit Bildern, Videos und Musik gestalten die Schülerinnen das Stück multimedial. Persönliche Mikrophone gibt es keine. Den Lindensaal haben sie deshalb mit Vorhängen getrennt. «So ist der Raum nicht zu gross und auch in den hintersten Reihen hört man die Mädchen gut», erklärt Diaz.


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